ERGO-Betriebsräte und die Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) machen gegen den geplanten Verkauf der Lebensversicherungstöchter des Düsseldorfer Konzerns mobil.

Am Freitag hat der Betriebsrat des Ergo Standortes Hamburg im Rahmen einer außerordentlichen Betriebsversammlung scharfe Kritik an den Verkaufsplänen, betreffend die klassischen Lebensversicherungen mit Garantien, und der hinterlistigen Vorgehensweise des Ergo Vorstands geübt.

Rund 1.000 Beschäftigte folgten im Anschluss dem Aufruf der Neuen Assekuranz Gewerkschaft (NAG) und nahmen in der City Nord an einer Protestkundgebung unter dem Motto "Ergo Leben - Not for Sale!" teil. NAG Vorstandsvize Tobias Münster kündigte den massiven Widerstand der NAG an.

"Jahrzehntelange Finanzbeziehungen mit den Kunden der Ergo dürfen nicht wie ein klappriger Gebrauchtwagen an Hedgefonds oder chinesische Investoren verramscht werden!", so der Gewerkschafter. Den Beschäftigten habe der ERGO Vorstand beim erst kürzlich erfolgten Wechsel in die neu gebildeten Organisationseinheiten der Leben Klassik einen Wachstumspfad innerhalb der Ergo versprochen und einen zeitnahen Verkauf ausgeschlossen.

Nun sei der Fuchs im Hühnerstall noch vor der Tat ertappt worden. Ergo Chef Rieß sieht sich dem massiven Vorwurf fehlender Aufrichtigkeit und gebrochener Versprechen ausgesetzt. "Käme es zum Verkauf, würde das kürzlich geäußerte "starke Bekenntnis zur Leben Klassik innerhalb der Ergo" den Kapitalinteressen gieriger Finanzjongleure geopfert" so Münster. Die Belegschaften fühlten sich verraten und verkauft.

Weitere Aktionen bis hin zum massiven Widerstand seien wahrscheinlich.

Diese Presseerklärung finden Sie hier als PDF-Version.

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Lünen – knapp 20 Betriebsräte aus verschiedenen Unternehmen haben vom 24.-26.03.2015 in Lünen am LVRG-Seminar der NAG teilgenommen und zeigten sich im Anschluss sehr angetan. Während Prof. Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund die umfassenden Veränderungen und ihre Auswirkungen auf den Versicherungsvertrieb ausführlich erläuterte, zeigte Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken die arbeits- und mitbestimmungsrechtlichen Dimensionen von etwaigen Veränderungen der Provisionssysteme und –höhen auf.

Joachim Liesenfeld, Betriebsrat bei der Europa und im Vorstand der NAG zuständig für den Bereich der Lebensversicherungen, zog ein positivies Fazit: "Hoch kompetente Referenten und eine eng an den Themen der Branche orientierte Seminargestaltung sind das Markenzeichen unserer NAG-Seminare. Ich freue mich über das große Lob der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen und das große Interesse nach weiteren Veranstaltungen dieser Art. Die lebhaften Diskussionen während der Veranstaltung haben auch uns als NAG wertvolle Impulse für unsere weitere Willensbildung gegeben."

Überschattet wurde das Seminar allerdings vom Tod unseres Gewerkschaftssekretärs Jürgen Stachan, dem die Teilnehmer am Seminarbeginn eine Schweigeminute widmeten, und den tragischen Ereignissen um den Absturz der Germanwings-Maschine. Wir alle sind entsetzt über die umfassbare Dimension dieser Tragödie. Die NAG drückt allen Angehörigen der Opfer ihre tiefe Anteilnahme aus.

Teilnehmer und Referenten des NAG-LVRG-Seminars

Rund 20 Betriebsräte hatten sich für das Seminar in Fulda angemeldet und wurden nicht enttäuscht.

Solvency II, die anhaltende Niedrigzinsphase und die Auswirkungen auf die Branche und insbesondere auf deren Beschäftigte standen im Mittelpunkt dreier spannender Tage. Hochkarätige Referenten wie Herr Dr. Gerhard Schmitz, der als Vorstand der Continentale Versicherungsgruppe verantwortlich für die Bereiche Personal und Kapitalanlagen zeichnet, brachten den TeilnehmerInnen ein sehr komplexes und schwieriges Thema näher.

Insbesondere die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Innen- und im Außendienst, die Handlungsmöglichkeiten und die Handlungserfordernisse wurden sehr offen und engagiert diskutiert. Abgerundet wurde das ganze mit dem Aufzeigen der rechtlichen Möglichkeiten durch Christian Vollrath, Direktor des Arbeitsgerichts Bochum.

Einig waren sich die Betriebsräte, dass die deutsche Lebensversicherung sich nicht nur in schwerer See befindet, sondern die Auswirkungen sich in den nächsten noch deutlich verschärfen werden, wenn es nicht gelingt die Lebensversicherung in ruhigere Gewässer zu lenken. Dazu erfordert es nach Ansicht der Betriebsräte verschiedenster Maßnahmen, wie

  • die Einführung von Produkten mit z.B. zeitlich begrenzten Garantien
  • Provisionsmodelle, die auch die Beratungsqualität berücksichtigen
  • Beschäftigung der Vermittler im Angestelltenverhältnis
  • Reduktion der Abhängigkeit von Abschlussprovisionen
  • Positive Darstellung der privaten Altersvorsorge in der Öffentlichkeit
  • echte Stärkung der Lebensversicherung durch gesetzgeberische Maßnahmen

Zufriedene Kunden, sichere Arbeitsplätze, angemessene Arbeits- und Einkommensbedingungen und gesunde Unternehmen bedingen einander!

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Seminar für Betriebsräte nach § 37.6 BetrVG

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

kaum eine Versicherungssparte steht derzeit derart im Fokus der Öffentlichkeit wie die Lebensversicherung. Auslaufmodell, Niedrigzinsphase, Zinszusatzreserve und Solvency II sind nur einige Stichworte, die nahezu täglich in den Zeitungen zu lesen sind.

Wohin aber führt der Weg der Lebensversicherung? Welche Auswirkungen hat die Situation der Lebensversicherung auf die Beschäftigten? Welche Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Erfordernisse ergeben sich hieraus für Betriebsräte?

Diese Fragen wollen wir in einem Seminar für Betriebs- und Personalräte beleuchten und Ihnen als Betriebs- und Personalrat das notwendige betriebsverfassungsrechtliche Werkzeug an die Hand geben.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

Für Rückfragen steht Ihnen Jürgen Stachan unter juergen.stachan@neue-assekuranz-gewerkschaft.de oder der Rufnummer 0152/338 12 057 zur Verfügung.

Hier finden Sie die Ausschreibung und die zur Anmeldung erforderlichen Unterlagen.

Die deutsche Lebensversicherung ist ein Garant für den Wohlstand in Deutschland, weil die Leistungen aus den Produkten der Alters- und Hinterbliebenenversorgung für Millionen Bürger unverzichtbar sind. Die demographische Entwicklung und die abnehmende Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung verstärken die Notwendigkeit privater und betrieblicher Altersversorgung. Aber immer stärkere Anforderungen an die Kapitalausstattung, verbunden mit niedrigen Zinsen und Eingriffen der Politik in die Attraktivität der privaten Altersvorsorge werden immer mehr zur existentiellen Bedrohung für die Branche. Insoweit fordert die NAG ein Umdenken der Beteiligten. Lesen Sie hierzu unsere Pressemitteilung vom 26.02.2014.