Viele NAGer haben in den letzten Wochen fleißig Unterschriften gesammelt. Auf „Dislike“-Plakaten sprachen sich tausende von Beschäftigten gegen den mit der Einführung einer Bürgerversicherung im Bereich der Krankenversicherung verbundenen Arbeitsplatzabbau aus.

Klar, dass viele NAGer aus der ganzen Republik am 25.6. dann auch den Weg nach Berlin auf sich nahmen, um die Unterschriften persönlich an Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD, MdB) zu übergeben. Dieser nahm die Plakate nicht nur entgegen, sondern erläuterte den rd. 50 Betriebsräten die Position der SPD. Als Partei, die den Schulterschluss mit den Betriebsräten pflege, habe man selbstverständlich die Arbeitsplätze im Blick. Diese wolle man nicht plattmachen. Jedoch sei das Geschäftsmodell der PKV ein sterbendes Modell, da es weder demographiefest sei, noch könne es unter dem bestehenden Niedrigzinsniveau überleben. Das Angebot der SPD an die PKV, als Anbieter der Bürgerversicherung anzutreten, sei deshalb nicht nur ein Angebot an die Arbeitgeber, sondern auch an die Beschäftigten. Diese seien hochqualifiziert und gut ausgebildet. Angst vor der Konkurrenz der bestehenden Krankenkassen sei deshalb fehl am Platz.

Überzeugen konnte Prof. Dr. Karl Lauterbach mit seinen Ausführungen keinen der Betriebsräte, gibt es doch viele Gründe, die dafür sprechen, dass der von der SPD vorgeschlagene Weg nicht funktionieren kann. „Der Vorschlag der SPD ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten!“ erklärte Jürgen Stachan, Gewerkschaftssekretär der NAG im Interview mit der ARD. „Herr Prof. Dr. Lauterbach weiß es besser. Der Vorschlag der SPD ist nicht geeignet die Arbeitsplatzverluste aufzufangen. Das ist Heuchelei!“