Gesundheit!

Von Klaus Roth

Wenn man Gesundheit wie die Weltgesundheitsorganisation WHO als „einen Zustand vollkomme­nen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen“ definiert, dann hat das weitreichende Folgen für die Gesundheitspolitik. Dann ist jede Organisation menschlichen Zusammenlebens, jede Gestaltung von Lebens- und Ar­beitsbedingungen etwas, was die Gesundheit der Menschen beeinflusst und muss deshalb Thema der Gesundheitspolitik sein.

PKV-Ausschuss hat die Arbeit aufgenommen

Seit Jahren werden die private Krankenversicherung und damit zig Tausend Arbeitsplätze in der Versicherungswirtschaft durch das Vorhaben, alle Deutschen in die gesetzliche Krankenversiche­rung zu zwingen, bedroht. Deshalb hat die Neue Assekuranzgewerkschaft bereits bei ihrer ersten Mitgliederversammlung im April 2011 beschlossen, einen PKV-Ausschuss zu bilden, der die Inter­essen der Beschäftigten zusammenfassen und gegen die Verfechter der Bürgerversicherung ver­treten soll. Im Juni hat dieser Ausschuss seine Arbeit aufgenommen. Bisher arbeiten Kolleginnen und Kollegen aus sechs Versicherungsunternehmen mit. Nach der Sommerpause werden die Be­ratungen Anfang September fortgesetzt.

"Von SPD, Grünen, DGB und leider auch ver.di wird immer so getan, als hätten sie ein gemeinsames Konzept für die Reform des Gesundheitswesens. Der einzige Punkt, in dem sie sich tatsächlich einig sind, ist aber die Vernichtung der Arbeitsplätze vor allem in den privaten Krankenversicherungen."

Die Reform der Pflegeversicherung ist überfällig -

Eine zusätzliche Kapitaldeckung für Alle macht Sinn

Bereits heute sind in Deutschland 2,5 Millionen pflegebedürftig. Eine Million Menschen werden in Heimen gepflegt, mit durchschnittlichen monatlichen Kosten von 3.300 Euro. Davon trägt die Pflegeversicherung durchschnittlich 1.271 Euro, es verbleiben also Kosten von 2.029 Euro für je­den Monat der Heimpflege. Bei einer durchschnittlichen Pflegebedürftigkeit von viereinhalb Jahren entstehen also pro Kopf Kosten von ca. 110.000 Euro, die bereits heute nicht von der Pflegeversi­cherung gedeckt werden.