Betriebsräte aus der Allianz Private Krankenversicherung, der Barmenia, der Central, der Continentale, der Europa Versicherung, der Gothaer Krankenversicherung, der Halleschen Privaten Krankenversicherung und der Versicherungskammer Bayern haben sich zu einer Initiative

Bürgerversicherung? Nein danke!

zusammengeschlossen. Sie reagieren damit auf die drohende Vernichtung von etwa 75.000 Arbeitsplätzen in der Branche.

In vielen Branchen werden immer wieder Arbeitsplätze abgebaut. Der Widerstand der Betroffenen macht immer wieder Schlagzeilen, ganz aktuell die Beschäftigten von Opel in Bochum. Opel hat dort heute ca. 3.400 Arbeitsplätze und will dort in vier Jahren keine Autos mehr bauen. Zu Recht wehren sich die Kolleginnen und Kollegen, nur der Arbeitsplatz sichert ihnen ein Einkommen. Nur über den viel heftigeren Abbau von Arbeitsplätzen in der privaten Krankenversicherung wird in der Öffentlichkeit der Mantel des Schweigens gebreitet. Dabei bedeutet der Abbau der Arbeitsplätze dort, dass über 70.000 Menschen ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage verlieren.

Am 16. Januar berät der Bundestag über einen Antrag der Fraktion DIE LINKE. Darin wird die Abschaffung aller Krankheitskosten-Vollversicherungen in der privaten Krankenversicherung und die Überführung der Versicherten zu einem einheitlichen Zeitpunkt in die gesetzlichen Kassen gefordert. Für die betroffenen etwa 75.000 Beschäftigten in der Versicherungswirtschaft sieht die Linkspartei vor: „Den Beschäftigten der privaten Krankenversicherungsunternehmen ist ein sozialverträglicher Übergang in Arbeitsverhältnisse in den gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen.“

Was zunächst nach einer Lösung des Problems klingt, ist in Wahrheit keine.
Bernd Schneider, Mitglied des Gewerkschaftsrates der Neuen Assekuranz Gewerkschaft und Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei der Continentale Krankenversicherung: „Die meisten Beschäftigten – nicht nur in unserem Haus - sind mit der Bearbeitung von Leistungsanträgen beschäftigt. Die Arbeit gibt es in den Kassen nur in Ausnahmefällen. Andere Kollegen sind Mathematiker und kalkulieren die Beiträge. Was tun die in einer Kasse, deren Beitragssatz durch den Gesetzgeber festgelegt wird? Und wohin soll der Außendienst?“

Die erste Mitgliederversammlung der Neuen Assekuranz Gewerkschaft hat 2011 die Bildung eines PKV-Ausschusses beschlossen. Und der hat dann auch nach kurzer Zeit die Arbeit aufgenommen. Die private Krankenversicherung ist schon in einer besonderen Situation, die auch besondere Maßnahmen notwendig macht.

 

Gesundheit!

Von Klaus Roth

Wenn man Gesundheit wie die Weltgesundheitsorganisation WHO als „einen Zustand vollkomme­nen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen“ definiert, dann hat das weitreichende Folgen für die Gesundheitspolitik. Dann ist jede Organisation menschlichen Zusammenlebens, jede Gestaltung von Lebens- und Ar­beitsbedingungen etwas, was die Gesundheit der Menschen beeinflusst und muss deshalb Thema der Gesundheitspolitik sein.

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