Gießen, 01.06.2016 – Kämpferisch hat die NAG auf die Bekanntgabe der ERGO reagiert, im Rahmen eines neuerlichen Personalabbauprogrammes tausenden Kolleginnen und Kollegen die Jobs zu streichen. ERGO-Chef Markus Rieß hatte zuvor angekündigt, rund 2/3 der Vertriebsstellen zu schließen und die innendienstlichen Arbeitsplätze massiv zu zentralisieren.

NAG-Vorstand und ERGO-Tarifkommissions-vorsitzender Tobias Münster kritisiert die fehlende soziale Ausgewogenheit der vorgestellten Strategie: „Viele Betroffene haben bereits in vergangenen Strukturprojekten Flexibilität und Loyalität dem Unternehmen gegenüber bewiesen. Dieser neuerliche Kahlschlag ist Ausdruck fehlender Wertschätzung und in seiner Dimension sogar noch schlimmer als vergangene Maßnahmen", sagt der Gewerkschafter.

Die NAG werde in den nächsten Tagen die ERGO zu Verhandlungen über ein ERGO-spezifisches Rationalisierungs-Schutzabkommen auffordern und sieht sich angesichts mehrerer hundert Mitglieder im Unternehmen auch in der Lage, Beschäftigungssicherung nötigenfalls kämpferisch durchzusetzen. Der Gewerkschaft ver.di habe die NAG volle Zusammenarbeit beim Kampf um die Sicherheit der Arbeitsplätze angeboten, bislang allerdings ohne Resonanz.

Bei der ERGO-Vertriebstochter EBV soll der deutlich überwiegende Teil des Arbeitsplatzabbaus stattfinden. Dort ist die NAG mit beiden Gewerkschaftssitzen im Aufsichtsrat vertreten. Im Aufsichtsrat der ERGO-Mutter Munich Re ist sie ebenfalls präsent.