Rund eine Woche lang stand ein Plakatwagen mit dem Slogan „Bürgerversicherung? Nein Danke“ vor der SPD-Parteizentrale in Berlin. Hatte im Rahmen einer Unterschriftenübergabe Prof. Dr. Karl Lauterbach (Gesundheitsexperte der SPD) den Betriebsräten den Dialog versprochen, so war der allmorgendliche Anblick für die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles, wohl zu viel. Für ihre facebook-Seite ließ sie ein Video  drehen, auf dem sie erst auf das Plakat zeigt und sich dann mit dem Finger an die Schläfe tippt, sprich Andrea Nahles zeigt den Betriebsräten einen Vogel!

Viele NAGer engagieren sich äußerst aktiv in der Betriebsratsinitiative, die genau wie die NAG für den Erhalt der PKV und die dortigen Arbeitsplätze kämpft. Die Geste ist beleidigend, unangebracht und einer Generalsekretärin einer Partei unwürdig, insbesondere wenn es sich um die Partei handelt, die sich auf die Fahne geschrieben hat den Schulterschluss mit den Betriebsräten und Gewerkschaften zu pflegen.

Wir haben umgehend reagiert, Andrea Nahles um einen Gesprächstermin gebeten und die nachstehende Presseerklärung veröffentlicht.

Das wir von Andrea Nahles eine Entschuldigung für ihr unakzeptables Verhalten erwarten, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung!

Lesen Sie hier unsere Presseerklärung.

In der aktuellen Ausgabe dreht sich vieles um das Thema Bürgerversicherung. U.a. geben unsere NAGer Bernd Schneider, Detlef Mursch und joachim Liesenfeld in einem Interview ihre Einschätzung als Betriebsräte zu den möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Continentale und der Branche ab. Auch die NAG kommt nicht zu kurz, gehört Bernd Schneider (Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats) doch zu den Gründungsmitgliedern unserer Gewerkschaft. Alles in allem ein sehr gelungener und lesenswerter Überblich über den aktuellen Stand der Diskussion. Den Artikel lesen Sie hier.

Viele NAGer haben in den letzten Wochen fleißig Unterschriften gesammelt. Auf „Dislike“-Plakaten sprachen sich tausende von Beschäftigten gegen den mit der Einführung einer Bürgerversicherung im Bereich der Krankenversicherung verbundenen Arbeitsplatzabbau aus.

Klar, dass viele NAGer aus der ganzen Republik am 25.6. dann auch den Weg nach Berlin auf sich nahmen, um die Unterschriften persönlich an Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD, MdB) zu übergeben. Dieser nahm die Plakate nicht nur entgegen, sondern erläuterte den rd. 50 Betriebsräten die Position der SPD. Als Partei, die den Schulterschluss mit den Betriebsräten pflege, habe man selbstverständlich die Arbeitsplätze im Blick. Diese wolle man nicht plattmachen. Jedoch sei das Geschäftsmodell der PKV ein sterbendes Modell, da es weder demographiefest sei, noch könne es unter dem bestehenden Niedrigzinsniveau überleben. Das Angebot der SPD an die PKV, als Anbieter der Bürgerversicherung anzutreten, sei deshalb nicht nur ein Angebot an die Arbeitgeber, sondern auch an die Beschäftigten. Diese seien hochqualifiziert und gut ausgebildet. Angst vor der Konkurrenz der bestehenden Krankenkassen sei deshalb fehl am Platz.

Überzeugen konnte Prof. Dr. Karl Lauterbach mit seinen Ausführungen keinen der Betriebsräte, gibt es doch viele Gründe, die dafür sprechen, dass der von der SPD vorgeschlagene Weg nicht funktionieren kann. „Der Vorschlag der SPD ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten!“ erklärte Jürgen Stachan, Gewerkschaftssekretär der NAG im Interview mit der ARD. „Herr Prof. Dr. Lauterbach weiß es besser. Der Vorschlag der SPD ist nicht geeignet die Arbeitsplatzverluste aufzufangen. Das ist Heuchelei!“