NAG kritisiert Tarifabschluss für den Versicherungsaußendienst als „lieblos und unzureichend“

Aichach, 08.07.2020 - „Wieder einmal haben die Tarifpartner die Chance verpasst, der permanent abnehmenden Attraktivität der Tätigkeit im angestellten Versicherungsvertrieb entgegenzuwirken“, sagt Gaby Mücke, Vorsitzende der Gewerkschaft. Liebloser ginge es kaum. „Inzwischen wird nicht einmal mehr der Anschein gewahrt, sich für die Belange unserer Kolleginnen und Kollegen einzusetzen“.

Nicht anders sei zu erklären, dass man sich nach nur einer einzigen Verhandlungsrunde auf 10 Nullmonate und eine Erhöhung des unverrechenbaren Mindesteinkommens unterhalb des Marginalniveaus verständigt habe. Auch für dringend benötigte Modernisierungen am Manteltarifvertrag habe offensichtlich kein Wille bestanden.

Aus Sicht der NAG haben die Tarifpartner mit diesem Abschluss ein Bild der Lustlosigkeit und des Jammers abgegeben, das den Leistungen der unter immer schwerer werdenden Rahmenbedingungen arbeitenden Kolleginnen und Kollegen nicht gerecht wird. Vollkommen diffus bleibe es nun auch weiterhin, wie der Versicherungsaußendienst seine gravierenden Nachwuchsprobleme angehen wolle. „Gute und junge Leute überzeugt man so nicht davon, eine berufliche Laufbahn im angestellten Versicherungsvertrieb einzuschlagen“, so Mücke.

Auch die lange Laufzeit bis zum 31.12.2022 spreche dafür, dass man eigentlich gar nicht mehr miteinander um zukunftsgerechte Tarifverträge verhandeln wolle. Und ver.di setze in seinem Tarifflugblatt dem Ganzen noch die Krone auf, in dem die Schuld für den desolaten Abschluss den Angestellten selbst zugewiesen werde. „Hier werden Ursache und Wirkung in Form schlechter Tarifabschlüsse und Mitgliederflucht miteinander vertauscht“. Ein Anreiz dafür, sich gewerkschaftlich zu engagieren, sei so nicht zu erzielen.

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Versicherungsbeschäftigte wollen mehr Homeoffice - NAG und Prof. Dr. Matthias Beenken schließen Umfrage zu Homeoffice erfolgreich ab

Aichach, 24.06.2020 – Knapp 1.700 Beschäftigte der Versicherungswirtschaft haben sich an der jüngsten Homeoffice-Umfrage der NAG und dem renommierten Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund beteiligt.

„Das ist eine hervorragende Basis, um mehr über die Auswirkungen des Pandemie-bedingten Großversuchs Homeoffice für Versicherungsbeschäftigte zu erfahren,“, sagt Prof. Dr. Beenken. Die Umfrage spiegele die Beschäftigtenstrukturen der Versicherungsunternehmen gut wieder und sei daher repräsentativ. Auch hätte rund die Hälfte der Teilnehmer die Möglichkeit genutzt, in teils sehr ausführlichen Freiformulierungen ihre Wünsche und Erfahrungen zum Thema mitzuteilen. „Wir haben ganz offensichtlich mit der Umfrage ein Thema aufgegriffen, dass für die Beschäftigten von allerhöchstem Interesse ist.“

Die Ergebnisse der Umfrage sind nun von der NAG zur wissenschaftlichen Auswertung an Prof. Dr. Beenken übergeben worden. Im September werden sie detailliert veröffentlicht, beginnend mit einer Qualifizierungsveranstaltung für Betriebsräte der Branche. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden arbeitsrechtliche Fragen, etwa beim Abschluss entsprechender Betriebsvereinbarungen, thematisiert. Zudem besteht dort die Möglichkeit direkt mit Prof. Dr. Beenken über die Erkenntnisse aus der Umfrage zu diskutieren. „Es ist höchste Zeit das Thema „Homeoffice“ im Sinne der Beschäftigten zu regeln.“ sagt Gaby Mücke, Vorsitzende der Neue Assekuranz Gewerkschaft.

Schon jetzt lässt sich sagen, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Befragten sehr positiv über ihre Erfahrungen mit dem Homeoffice geäußert und für einen Anspruch auf Homeoffice ausgesprochen haben. „Viele Arbeitgeber haben sich bislang den Wünschen der Beschäftigten nach gelegentlichem Arbeiten von Zuhause aus mit Argumenten verweigert, die durch die Corona-Krise widerlegt worden sind.“, so Gaby Mücke weiter. „Diesen Geist bekommen sie nun nicht wieder in die Flasche zurück. Wir von der NAG stehen den Beschäftigten bei ihrem Wunsch zu zeitgemäßer Flexibilität und den Arbeitnehmervertretungen der Assekuranz in allen Fragen zum mobilen Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite.“

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NAG ruft Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg an

Aichach, 22.06.2020 – Die Neue Assekuranz Gewerkschaft kämpft entschlossen um ihre Tariffähigkeit. Nachdem das LAG Frankfurt im April 2015 auf Antrag von ver.di auf nach nur vierjährigem Bestehen wegen vermeintlich fehlender Größe der Gewerkschaft auf fehlende Tariffähigkeit entschieden hatte, war die NAG mit einer hiergegen gerichteten Verfassungsbeschwerde nach Karlsruhe gezogen. „Dort hat man geschlagene vier Jahre gebraucht, um zu entscheiden, dass diese Beschwerde nicht zugelassen wird“, sagt Gaby Mücke, Vorsitzende der NAG. Damit sei der Weg nach Straßburg frei gewesen, und die NAG hat nun beim EGMR Beschwerde eingelegt.

„Wir sind uns sehr sicher, dass die 2015er Entscheidung in Straßburg keinen Bestand haben wird“, so Mücke weiter. Schließlich sei es im Ergebnis ein glatter Grundrechtsentzug, wenn für die NAG ohne die Chance auf eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen Entwicklung schon nach sehr kurzem Bestehen allein die fehlende Größe ausschlaggebend für einen dauerhaften Entzug des Zugangs zu Tarifverhandlungen sein solle. Zudem wären die Anforderungen nur in Deutschland derart hoch, europarechtlich sei dies nicht haltbar.

„Wir entwickeln uns weiter erfolgreich, aller Attacken von ver.di zum Trotz“, schildert Mücke. Die NAG ist in über 50 Unternehmen der Branche vertreten und stellt in vielen Häusern mehr Mitglieder als jede andere Gewerkschaft. Auch einen Tarifvertrag hat die NAG nach der Frankfurter Entscheidung abgeschlossen. „Nach unserer Einschätzung sind wir hinsichtlich der Mitglieder- und Organisationsentwicklung die erfolgreichste Gewerkschaft in der Assekuranz“. Ver.di hingegen leide unter massivem Mitgliederschwund, die dort kommunizierte 10%  Mitgliederstärke in der Branche sei ein „reines Märchen“, tatsächlich dürften es bestenfalls 6-7% sein. „Es hat seinen Grund, dass sich ver.di weigert, seine Mitgliederzahlen in der Versicherungswirtschaft offenzulegen und stattdessen nur auf die – schwindende – Gesamtorganisation verweist“, schildert Mücke. „Wenn die Gewerkschaften in der Versicherungswirtschaft ihre Kräfte bündeln würden, wäre das sicher mehr im Sinne der Beschäftigten, als jahrelang ver.di-Mitgliedsgelder in der gerichtlichen Bekämpfung der NAG zu versenken“. Am Ende sei die NAG die Gewerkschaft in der Versicherungswirtschaft, die sich abseits des Tarifgeschehens für die Beschäftigten einsetzt.

Nun müssten die Richter in Straßburg entscheiden. „Ungeachtet dessen werden wir unsere Branchenarbeit fortsetzen und für unsere Kolleginnen und Kollegen eintreten“, sagt die Gewerkschafterin.

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NAG kritisiert Einkommensbedingungen für engagierte DOMCURA-Beschäftigte

Aichach, 12.06.2020 - Mit Zurückhaltung hat die Neue Assekuranz Gewerkschaft auf die jüngste Berichterstattung in den Medien reagiert, nachdem die Domcura AG von „Rekord zu Rekord“ steuere. „Dieser Erfolg wird von engagierten Menschen im Unternehmen Domcura erarbeitet, die nicht angemessen daran beteiligt werden.“, sagt Gaby Mücke, Vorsitzende der im Unternehmen stark vertretenen Gewerkschaft. „Unsere Kolleginnen und Kollegen leiden unter fehlender Tarifbindung und teils vollkommen unzureichenden Einkommensbedingungen“. Entsprechend seien Fluktuationsqouten im Branchenvergleich auffällig.

Die NAG, im Unternehmen mit einem satten zweistelligen Prozentsatz der Beschäftigten organisiert, berichtet davon, dass die Unternehmensführung sich in wesentlichen Fragen wie der finanziellen Attraktivität des Arbeitsplatzes bislang nicht wertschätzend genug mit den Beschäftigten und ihren Arbeitnehmervertretungen auseinandersetzt.

„Wir beobachten das mit wachsendem Unmut“, so Mücke. Sie fordert den Vorstand des Unternehmens auf, sich nicht nur im Licht der Erfolge zu sonnen, sondern die Beschäftigten, die teils weit unter Tarifniveau vergütet werden, angemessen zu beteiligen. „Im Klartext: Die Domcura-Beschäftigten müssen eine kräftige Einkommenssteigerung erfahren“, fordert Mücke.

In der Corona Krise seien die Beschäftigten engagiert und einsatzbereit gewesen – und sind es noch – um jedweden Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Nun sei die Gelegenheit, um unternehmensseitig etwas zurückzugeben.

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NAG und Prof. Dr. Matthias Beenken starten Umfrage zu Homeoffice in der Versicherungswirtschaft

Aichach, 19.05.2020 – Viele Unternehmen der Assekuranz haben ihre Belegschaften aufgrund der Corona-Krise zu sehr großen Teilen in Abstimmung mit ihren Betriebsräten ins Home-Office geschickt. „Teilweise arbeiten über 90% unserer Kolleginnen und Kollegen von zuhause aus“, schildert Gaby Mücke, Vorsitzende der Gewerkschaft. „Noch vor wenigen Monaten wiesen die meisten Arbeitgeber Homeoffice in größerer Anzahl als technisch nicht durchführbar, nicht gewollt und mit dem Arbeitsgut unvereinbar zurück, inzwischen haben alle dazugelernt“, ergänzt die Gewerkschafterin. Es sei zu unterscheiden zwischen Homeoffice im Sinne von gelegentlichem mobilen Arbeiten und auf Dauer angelegten Telearbeitsplätzen, auch wenn in den letzten Wochen viele Beschäftigte permanent im Homeoffice gearbeitet haben.

„Uns erreichen von den Kolleginnen und Kollegen viele Erfahrungsberichte: Vom Laptop am Küchentisch über ausgesprochen anspruchsvolle Betreuungssituationen parallel zur Arbeit bis hin zu Anpassungserfordernissen an digitale Führung und Zusammenarbeit“, so Mücke. Den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten habe die NAG ebenso auf dem Schirm wie die Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation der Unternehmen hinsichtlich Arbeitsplatz- und Standortsicherheit und Fragen des neuen digitalen Miteinanders.

Vor diesem Hintergrund startet die NAG mit dem heutigen Datum bis zum 5. Juni eine Umfrage zum Thema Homeoffice in der Versicherungswirtschaft. Die Umfrage finden Interessierte auf der Homepage der NAG: www.n-a-g.eu. Für die wissenschaftliche Begleitung konnte Prof. Dr. Matthias Beenken, renommierter Versicherungswissenschaftler von der FH Dortmund gewonnen werden. Sowohl bei der Entwicklung des Fragebogens als auch bei der Auswertung arbeiten die Gewerkschaft und er eng zusammen.

„Wir wünschen uns von den Beschäftigten eine rege Teilnahme an der Umfrage“, erhofft sich Prof. Dr. Beenken. „In den letzten Wochen haben alle Beteiligten Erfahrungen gesammelt, die dem Arbeitsleben in der Versicherungswirtschaft dauerhaft dienlich sein sollen.“ Beschäftigte hätten jetzt die Chance darzustellen, welche positiven und negativen Erfahrungen sie gesammelt hätten, ob und inwieweit sie auch künftig an gelegentlicher mobiler Arbeit interessiert sind und wie die Unterstützung durch die Arbeitgeber hierfür aussehen muss.

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